KIKS Bayern - Konzept

Sprache: Deutsch - Normalsprache

KIKS Konzeptionierung

Die Konzeptionierung konzentriert sich im Schwerpunkt auf vier verschiedene Handlungsfelder, die im folgenden beschrieben sind:

Handlungsfeld 1:        Bewusstseinsbildung - Selbstverständliches wird selbstverständlich

Alle Menschen müssen ihren Platz mitten in der Gesellschaft haben, auch Menschen mit Behinderungen. Ob in der Wirtschafts-, Sozial-, Bildungs-, Integrationspolitik oder im Sport - wir müssen allen Bürgerinnen und Bürgern dieselben Chancen und Möglichkeiten für gesellschaftliche Teilhabe geben. Sie alle müssen ein selbstbestimmtes Leben führen und eine sportliche Heimat für ihre Freizeitgestaltung finden können.

Der Anspruch des BVS Bayern ist die selbstbestimmte, gleichberechtigte und gleichwertige Teilnahme und Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderungen im und durch Sport zu ermöglichen. Dies begründet sich aus dem Recht auf Selbstbestimmung in verschiedenen Lebenssituationen und geht damit über karitative Motive hinaus. Dabei ist Inklusion kein Expertenthema einer bestimmten Gesellschaftsschicht Im Gegenteil: Sie gelingt nur, wenn möglichst viele unterschiedliche Menschen sich aktiv an einem gesamtgesellschaftlichen Diskurs beteiligen. Jeder kann in seinem Umfeld dazu beitragen und je mehr wir alle über Inklusion wissen, desto eher schwinden Berührungsängste und Vorbehalte.

Gesellschaftliches Engagement nimmt für führende Unternehmen aller Branchen einen immer größeren Stellenwert ein. Zahlreiche Unternehmen unterstützen freiwillige Einsätze, mit denen die Mitarbeiter ihren eigenen Horizont erweitern und neue Dinge kennenlernen. Sie erproben ihre Fähigkeiten außerhalb des Berufs, übernehmen Verantwortung, lösen drängende Probleme für Menschen und Einrichtungen und lernen andere Kollegen kennen. Es wird eine Brücke zwischen Berufs- und Privatleben geschlagen, zwischen Unternehmen und Gesellschaft. Für das KIKS Bayern gilt es auf dieser Brücke zu stehen und den Unternehmen wie auch den Mitarbeitern mögliche CSR Projekte anzubieten und so eine strategisch ausgerichtete Bewusstseinsbildung zu forcieren und die bestehenden Inklusions-Projekte der Partner so zu einer nachhaltigen Umsetzung zu führen.

Handlungsfeld 2:        Netzwerkbildung - Nichts über uns ohne uns

Inklusion ist ein langfristiger und wechselseitiger Prozess, der auf gegenseitiger Wertschätzung aller Beteiligten basiert. Inklusion im Sport gelingt umso besser, je mehr Sport(-fach)verbände sich der Aufgabe stellen und gemeinsame Inklusionskonzepte entwickeln und umsetzen. Dies setzt ein Umdenken aller Verantwortlichen voraus und erfordert die Bereitschaft, nachhaltige Veränderungsprozesse in Angriff zu nehmen, die wir mit vielfältigen Maßnahmen zur Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderungen begleiten wollen. Als Leitlinie dieses Prozesses steht das Recht auf Selbstbestimmung getreu dem Motto „Nichts über uns ohne uns“ im Mittelpunkt.

Dieses Motto ist Grundlage unseres aktuellen Handelns. Es wird ein bayernweiter Arbeitskreis unter Beteiligung von z.B. Special Olympics, dem Gehörlosensportverband, dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund sowie Verbänden aus dem Nicht-Behindertensport gegründet. Dieser Arbeitskreis koordiniert inklusive Sport- und Freizeitprojekte mit und zwischen Verbänden, Universitäten, Schulen und Organisationen in Bayern sowie auf Bundesebene und kommuniziert diese. Das Kompetenzzentrum wird dadurch Interessenvertreter des gesamten organisierten Sports gegenüber der Politik und der Wirtschaft.

Handlungsfeld 3:        Öffentlichkeitsarbeit - Verständnis führt über Verständigung

Das Bild von Menschen mit Behinderungen in der Öffentlichkeit wird vor allem von den Medien geprägt. Hier gilt es Kampagnen zu entwickeln, die die Potenziale sowie die gesellschaftlichen Einschränkungen von Menschen mit Behinderungen darstellen und das Thema in die Mitte der Gesellschaft transportieren. So werden beispielsweise bayerische Spitzensportler als Testimonials einbezogen. Sie werden dem Inklusionssport ein Gesicht geben und somit auf das Thema aufmerksam machen, wie z.B. der ehemalige Skispringer Sven Hannawald. Er engagiert sich als BVS Bayern Botschafter für Inklusion durch Sport.

So wird das KIKS Bayern zum einen eine Schlüsselrolle im Prozess der Kommunikation einnehmen und erster Ansprechpartner für alle Fragen rund um Inklusion und Sport für alle Organisationen, Verbände, Einrichtungen, Schulen und Vereine, die sich dem Thema Inklusion und Sport öffnen wollen (Informations- und Beratungsstelle). Zum anderen sollen die Sportkoordinatoren die inklusiven Veranstaltungen nicht nur in der Vorbereitung, sondern auch bei der Durchführung begleiten und über die Kanäle des KIKS Bayern durch Berichte und Bilddokumentation an die Masse weitertragen. Beispielsweise durch Workshops in Kliniken oder an Schulen, aber auch durch die Teilnahme an bundesweiten Kongressen und Veranstaltungen.

Der Weg zu gegenseitigem Verständnis führt über intensive Verständigung und einen regen Informationsaustausch. Eben diesen werden wir durch die Schaffung einer Internetplattform forcieren über die wir Informationen weitergeben und einen Erfahrungsaustausch ermöglichen. Die Partner aus den Reihen der Sportfachverbände, des Sozialministeriums und weitere Akteure des Kompetenzzentrums werden gemeinsam daran und dafür arbeiten.

Handlungsfeld 4:        Entwicklung - Was nicht ist, kann ja noch werden!

Eine systematische und qualitätsorientierte Weiterentwicklung der Angebote und Strukturen von Sportvereinen und -verbänden soll mit dem Ziel angeregt werden, Wahlmöglichkeiten zu erweitern. Menschen mit und ohne Behinderungen sollen die Möglichkeit haben, in den jeweiligen Sportarten wohnortnah gemeinsam Sport zu treiben. Neben diesem alltäglich gemeinsamen Sporttreiben spielt im Vereinsleben zudem das Miteinander außerhalb der sportlichen Aktivitäten eine wichtige Rolle. So können bei Festen und Freizeiten Barrieren abgebaut und Gemeinschaft gefördert werden. Die Durchführung gezielter Maßnahmen zum Thema Inklusion durch Sport, wie Symposien, Schnupperkursen und Informationsveranstaltungen, Workshops an Schulen/Einrichtungen/Vereinen wird ein elementarer Baustein dieses Handlungsfeldes sein.

In diesem Kontext kommt uns, den Sportfachverbänden, eine besondere Rolle zu, da wir bereits über vielfältige Erfahrungen und Fachkenntnisse verfügen, einerseits im Bereich von Bewegung, Spiel und Sport von Menschen mit Behinderungen, andererseits in der Durchführung von Angeboten, die das gemeinsame Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen fördern. Schwerpunkte werden die Weiterentwicklung geeigneter Rahmenbedingungen für die Aus- und Weiterbildung von ehrenamtlichen Funktionsträgern sowie der Ausbau der Fachexpertise in Form von Multiplikatoren Schulungen sein.