KIKS Bayern - 2016 (Veranstaltungen)

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Veranstaltungen 2016

Inklusionskongress des DOSB

Beim Inklusionskongress des DOSB am 15. und 16. April in Frankfurt am Main wurde deutlich, welch große Potenziale das gemeinsame Sporttreiben von Menschen mit und ohne Behinderung besitzt. Doch es ist noch einiges zu tun, damit alle mitmachen können, keiner ausgeschlossen wird, Unterschiedlichkeit kein Problem und Anderssein normal ist. Denn das alles ist Inklusion. Oder auch dies: Die Kunst des Zusammenlebens von sehr verschiedenen Menschen. So beschreibt es Rainer Schmidt, der Moderator des zweitägigen Kongresses. Er führte er die rund 250 Teilnehmer schwungvoll und kompetent durch die Veranstaltung, die das vielschichtige Thema von allen Seiten beleuchtete. Unter der Schirmherrschaft von Verena Bentele, der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, wurden auf dem Kongress in 20 Workshops praxisnah vor allem Möglichkeiten gezeigt, wie sich Inklusion im Sportverein verwirklichen lässt. Außerdem gab es Vernetzungsmöglichkeiten, Raum für Austausch und Diskussionen zu guten Rahmenbedingungen für eine gelungene Inklusion.

Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Deutschland braucht kein Spargesetz: Hürden weg! Chancen her! War das Motto des diesjährigen Protesttages. Ein Bündnis aus 35 Selbsthilfegruppen und Initiativen unter Federführung der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. lud zu einer Kundgebung inkl. zahlreicher Informationsstände auf den Münchner Odeonsplatz ein. Wir fragten Politiker aus Oberbayern, wie sie Hürden beseitigen und Chancen schaffen werden. Mit den Besuchern diskutierten wir, wie wir gemeinsam dafür sorgen können, dass die selbst bestimmte und gleichberechtigte Teilhabe für Menschen mit Behinderungen möglich ist – auch im Sport.

DAV Lehrgang „Inklusion in DAV Sektionen“

Der Deutsche Alpenverein greift den Inklusionsgedanken der UN-Behindertenrechtskonvention auf und möchten ihn im Bergsport, Bergsteigen und Alpinismus umsetzen. Als Sport- und Naturschutzverband ist der DAV jedoch weder sonder- noch heilpädagogischer Fachverband. Die Kompetenzen des Alpenvereins liegen in der Bergsportausübung. Hier begreift der DAV Menschen mit einer Behinderung als wertvolle Mitglieder ihrer Gruppen. Dazu bedarf es vor allem einer Willkommenskultur für Menschen mit Behinderung, die Vielfalt und Heterogenität als Bestandteil unserer Gesellschaft anerkennt und als Bereicherung erlebt. Echte Teilhabe geht aber über ein bloßes Mit-Mach-Angebot (Teilnahme) hinaus. Menschen mit Behinderung sollen auch die Chance haben, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Verantwortung zu übernehmen. Der DAV hat in diesem Prozess im November 2014 ein Positionspapier verabschiedet. Um den Inklusionsgedanken auch in den Ausbildungsstrukturen zu fördern und Kletterangebote für Menschen mit Behinderungen in den Sektionen aufzubauen, bieten DAV und JDAV erstmals ab 2016 in Kooperation mit dem Deutschen Behindertensportverband e.V. (DBS), Special Olympics Deutschland (SOD) und dem Deutschen Gehörlosen-Sportverband (DGS) eine Ausbildung an: Klettern für Menschen mit Behinderungen. Darüber hinaus fand am Samstag, den 04.06.2016 ein Kurs zum Thema „Inklusion in DAV Sektionen“ in München statt. Schwerpunkt bildete der Erfahrungsaustausch, die Erläuterung von Handlungsansätzen und die Angebotsentwicklung von Ort. Hier kamen wir ins Spiel – KIKS präsentierte die Struktur des Behindertensports in Deutschland, schwerpunktmäßig in Bayern und stellte die Inklusions-Projekte des BVS Bayern vor, die auch zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten bieten.

Schwabentag "Tag der Begegnung"

Seit 2008 führt der Regierungsbezirk Schwaben jährlich den sogenannten Schwabentag durch. Dieser Tag richtet sich an die Bürger des Bezirkes, die erfahren und erleben sollen, welche Werte und Traditionen die Heimat kennzeichnen und lebenswert machen. In diesem Jahr stand der Schwabentag erstmals unter dem Motto „Inklusion“. Über 90 Einrichtungen, Verbände, Institutionen und Vereine präsentierten sich und ihre inklusiven Angebote in der Messehalle 7 der Messe Augsburg. Das umfangreiche Angebot umfasste u. a. eine Leseecke zur leichten Sprache, die Darstellung inklusiver Arbeitsplätze, eine Kerzenwerkstatt, die Vorstellung des inklusiven Kunstprojektes im Kunstmuseum Wemding sowie zahlreiche Informationsstände. Auch der Sport ist ein geeignetes Mittel der Inklusion und stellte Angebote vor. KIKS präsentierte in Kooperation mit dem BVS Bayern und dem Bayerischen Tischtennisverband ein Gewehr, mit dem blinde Menschen schießen können und zahlreiche Tischtennisplatten, an denen sich alle im Umgang mit dem kleinen Ball versuchen konnten. Die Organisatoren haben durch ihr Engagement eine Plattform geschaffen, auf der die „Akteure des inklusiven Sports“ zahlreiche neue Kontakte knüpfen und ihre Angebote kommunizieren konnten. Inklusion lebt von der Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung, die auf diesem Event ein Stück weiter vorangetrieben werden konnte.

Münchner Sportfestival

Die siebte Auflage des M-net Münchner Sportfestivals am 10. Juli war ein voller Erfolg: Mehr als 30.000 Besucherinnen und Besucher konnten beim Sportevent am Königsplatz bei sommerlichen Temperaturen rund 90 verschiedene Sportarten testen, sich informieren und bei spannenden Shows und Wettkämpfen mitfiebern. KIKS und der BVS Bayern haben sich dort gemeinsam mit dem Dartverband sowie der Abteilung Blinden-Biathlon präsentiert und eine Schieß- sowie Dartwurfanlage zum Ausprobieren dabei gehabt. So konnten sich zahlreiche Besucher in diesen beiden Sportarten versuchen.

Talent Tag des BVS Bayern

Schüler mit Handicap hatten beim diesem Event wieder die Möglichkeit, unter professioneller Anleitung in eine neue Sportart hinein zu schnuppern und zwischendurch ihren Paralympics-Idolen Löcher in den Bauch zu fragen. 16 Schüler nutzten die Gelegenheit und kamen am 14. Juli zur Olympia-Regattaanlage nach Oberschleißheim. Neu konnten sie in diesem Jahr Rollstuhltennis und Leichtathletik neben den bewährten Sportarten Kanu, Rudern und Ski Nordisch/Biathlon ausprobieren. Geleitet wurden die Trainings von den Landestrainern, Abteilungsleitern sowie weiteren Übungsleiter und Helfern des BVS Bayern. Ziel des TalentTages ist es, Schüler/Innen mit einer Behinderung für Sport zu begeistern und ihnen den Einstieg in den Sportverein zu ermöglichen. Darüber hinaus haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, ihr Talent vor den Augen der Landestrainer zu zeigen und eine Einladung zum Sichtungslehrgang des BVS Landeskaders zu erhalten. Ein besonderes Highlight für die Kinder ist das Treffen mit den Paralympics-Athleten: Vanessa Bui (Bogenschießen), Anke Molkenthin (Rudern), Clara Klug (Ski Nordisch / Biathlon) und Peter Seidl (Rollstuhltennis) stellten sich den Fragen der Kinder und gaben persönliche Einblicke sowohl in ihren Trainingsalltag als auch in ihren ganz normalen Alltag. Man erfuhr, welche Behinderungen die Athleten haben und wie sie zum Sport gekommen sind, aber auch wie sie mit Herausforderungen im täglichen Leben umgehen.

Sportkonferenz der SPD Fraktion im bayerischen Landtag

Wir bewegen Bayern – dieses sportpolitische Ziel war das Programm der SPD Sportkonferenz im bayerischen Landtag. Die Veranstalter bewegten die Teilnehmer inklusiv und so erlebten alle gemeinsam, wie Inklusion im Sport funktioniert. Neben kurzen Impulsreferaten und einem Marktplatz mit Best-Practice-Beispielen für Inklusion im Sport gab es viel Zeit und Raum für persönliche Gespräche mit Akteuren aus Politik, Sport und Vereinen. Nach einem Einführungsreferat durch den Ehrenpräsidenten des BVS Bayern, Hartmut Courvoisier, nutzen der BVS Bayern und KIKS die folgenden Impulsreferate, um die aktuellen Projekte vorzustellen und bekannt zu machen.

Inklusionstreffen in Nürnberg

Wenn das WIR gewinnt – auch im Sport! Das Freizeitnetzwerk Sport der Lebenshilfe in Nürnberg setzt sich für Inklusion im Sport, den gemeinsamen Sport von Menschen mit und ohne Behinderungen, ein. Das Projekt begleitet und unterstützt Sportvereine, die den Schritt wagen ihre Angebote für alle Menschen zugänglich zu machen. Zur besseren Bekanntmachung des Projektes, innerhalb der Sportszene der Stadt Nürnberg, luden die Verantwortlichen alle Vereine und Sportgruppen der Stadt am 18.08.2016 zu einem Informationsabend in den schönen Saal des Nürnberger Rathauses ein. Der Abend begann mit einem einleitenden Grußwort des Nürnberger Bürgermeisters Dr. Klemens Gsell, gefolgt von einem theoretischen Teil, der mit zahlreichen Informationen zum Thema Inklusionssport, medizinische Grundlagen und praktischen Anwendungsbeispielen gespickt war. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine geführte Diskussionsrunde an der Vereinsvertreter teilnahmen und aus der Praxis berichteten sowie Sportler mit Behinderung den Zuhörern einen Blick auf ihre Wünsche und Bedürfnisse ermöglichten. Wir waren als Gastrednerin vor Ort und informierten umfassend über die Leistungen des BVS sowie die Möglichkeiten des Sportnetzwerkes KIKS.

Dart ohne Grenzen

Am Freitag den 26.08.2016 machten sich 13 dartbegeisterte Jugendliche auf den Weg nach Würzburg und folgten damit der Einladung des Jugendclubs im Deutschen Dart Verband und des Kompetenzzentrums Inklusionssport Bayern (KIKS), zu einem erlebnisreichen Wochenende. Dieses Wochenende war die Auftaktveranstaltung der Reihe „Dart ohne Grenzen“, die am 16.-18. September ebenfalls in Würzburg weitergeführt wird und den Schwerpunkt „Inklusion im Dartsport“ hat. Aus Berlin, Hessen und Bayern kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, in Erwartung eines spannenden Programms, in geselliger Atomsphäre rund um das Thema Inklusion. Am Freitagabend eröffnete der Jugendsekretär des Deutschen Dartverbandes, Sebastian Riedinger, die Veranstaltung. Insbesondere begrüßte er drei Gäste aus Dänemark, die eine barrierefreie Dartboard- Anlage im Gepäck hatten. Diese Anlage ist drehbar und kann sowohl von Rollifahrern, wie auch von Fußgängern bespielt werden. Nach einer kurzen Einführung, standen am Freitag insbesondere das gegenseitige Kennenlernen sowie erste Dartspiele auf dem Programm. Samstagmorgen ging es dann auch inhaltlich los mit der Thematik „Dart für Rollstuhlfahrer“ und den damit verbundenen Herausforderungen. Zunächst erzählte der dänische Gast, Palle Petersen, von seinem Verein in Vejle und wie Rollifahrer dort Dart spielen können. Im Anschluss daran konnte Bettina Haueisen Juniorbotschafterin für Teilhabe und Vielfalt der Deutschen Sportjugend begrüßt werden. Sie berichtete von Ihren Aufgaben als Juniorbotschafterin und führte in die Thematik des Inklusionssports ein. Dann wurde es praktisch und alle Teilnehmer konnten mit Kopfhörern und Blinden-Simulationsbrillen ausgestattet ausprobieren, wie es sich mit einer Behinderung dieser Sinne lebt. Aufgrund der tropischen Hitze musste die geplante „inklusive Führung“ durch die Würzburger Altstadt ausfallen. Stattdessen war etwas Zeit, um über die bisher gewonnenen Eindrücke zu sprechen und zu überlegen, wo unsere Gesellschaft inklusiv ist oder wo im täglichen Leben Barrieren anzutreffen sind. Außerdem wurden die Brillen und Kopfhörer bei weiteren kleinen Spielen genutzt. Den Abschluss des Tages bildete ein Vortrag vom BVS Bayern / KIKS über die Struktur des Sports in Deutschland und insbesondere über die Betätigungsfelder des Behinderten- und Rehabilitations-sportverbandes Bayern. Der Sonntag wurde zur Reflektion und groben Vorbereitung des Wochenendes Darts ohne Grenzen 2.0, das vom 16.-18.09.2016 stattfinden wird, genutzt.

Drei Wochen nach der Auftaktveranstaltung „Dart ohne Grenzen 1.0“ fanden sich vom 16.-18.09.2016 wieder 15 dartbegeisterte Jugendliche und junge Erwachsene in Würzburg ein. Mit Freude konnten wir die Mainfränkischen Werkstätten Würzburg für das Wochenende begeistern, die eine bunte Truppe sportbegeisterter Jugendlicher in die Jugendherberge schickte. Am Freitagabend eröffnete Sebastian Riedinger, der Jugendsekretär des Deutschen Dartverbandes die Veranstaltung. Wir lernten uns bei einigen Spielchen kennen und probierten erneut die mobilen Dartboard-Anlagen aus, die das ganze Wochenende bespielt werden konnten. Für alle sechs Würzburger war es das erste Mal, dass sie, unter den Augen von Sandra Schuler, DDV C-Trainerin und stellv. Bundesjugendleiterin, ihr Glück mit den Pfeilen versuchten. Und auf Anhieb kam diese Anlage bei allen sehr gut an. Der Samstag stand ganz unter dem Motto „Erlebnispädagogik“. Markus Vogler erwärmte die Jugendlichen mit verschiedenen  kurzweiligen Spielen wie „Reise nach Jerusalem extrem“ und Rollenspielen, bei denen insbesondere die Kreativität gefragt war. Nach dem Mittagessen wurde es dann richtig spannend. Sara- Maria Wolfram vom Behinderten-und Rehabilitations-Sportverband Bayern (BSV) war auch am zweiten Wochenende wieder dabei und brachte die Referentin Nicky Vogt mit. Sie brachte uns spielerisch bei, wie es ist auf einen Sinn verzichten zu müssen und dabei konnten wir merken, wie schwer es beispielsweise ist, Form und Geschmack von Gummibärchen blind zu erraten.

Darüber hinaus gab es einige Teamspiele, die als Wettbewerb ausgetragen wurden. Ob das Wenden einer Decke mit einem Rollifahrer, ohne natürlich diese zu verlassen, oder Bingo mit Teamaufgaben, der erlebnispädagogische Teil formte die Jugend zu einer Einheit und ließ trotzdem Platz für eine Menge Spaß. Das Highlight des Nachmittagsteils war wohl das blinde Schießen auf eine Biathlonanlage. Man konnte dabei über Hörsignale nachvollziehen, wie nah man am Ziel war. Hier erwies sich der eine oder andere als weniger treffsicher als auf die Dartscheibe. Dennoch war dies wirklich der Höhepunkt und wir hätten die Anlage gerne noch länger ausgeliehen. Abends wurde dann der Ausflug in die Würzburger Altstadt nachgeholt. Hier übernahmen die Würzburger Jugendlichen die Führungsrolle und machten mit uns kurzerhand eine eigene „Führung“. Sie erklärten verschiedene Bauten in Würzburg und zeigten uns ihre Lieblingsorte in der Innenstadt. Außerdem wurde uns viel Live-Musik geboten, da an dem Wochenende glücklicherweise in Würzburg ein großes Stadtfest war. So konnten die einen länger Musik hören und die anderen zurück in die Jugendherberge laufen, um weiter Wurfgeschosse auf die Anlagen zu werfen. Am Sonntag hieß es nach einer kurzen Nacht dann nochmal aufstehen, Zimmer räumen und eine Abschlussrunde bilden. Es herrschte ein einheitliches Bild: Das Wochenende hat allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht und alle möchten gerne sich im nächsten Jahr wieder treffen. Die beiden Wochenenden im August und September haben die jungen Erwachsenen auf jeden Fall motiviert, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein, wenn das Thema und der Ort vielleicht auch ein anderer sind.

Inklusionstage des BMAS

Da die Weichen im Themenfeld Inklusion nicht nur in Bayern gestellt werden, haben wir uns – wie bereits 2015 – auch im Jahr 2016 bei den Inklusionstagen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in Berlin eingebracht. Im Rahmen dieser Inklusionstage wurden in verschiedenen Arbeitsgruppen wie auch im Plenum die aktuellen Entwicklungen und Fortschreibungen des NAP, des Nationaler Aktionsplans der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, diskutiert und erörtert.